Ernst Busch in der Schule
Der Künstler als linke Leitfigur und Repräsentant proletarischer Kultur
In der DDR und in der Sowjetunion war Ernst Busch bereits zu Lebzeiten
Schulstoff. Ähnlich wie Thälmann gehörte auch Busch zu den Figuren, die
als herausragend und bedeutsam in der Entwicklung der deutschen
Arbeiterbewegung
des 20. Jahrhunderts betrachtet wurden und deren hohe Symbolkraft im
Unterricht im Sinne einer Vorbild-Didaktik instrumentalisiert wurde.
Busch-Lieder waren nicht nur Gegenstand des Musikunterrichts in der DDR
wie in der SU, darüber hinaus gab es in beiden Staaten ab den 60er
Jahren immer wieder Sonderveranstaltungen, in denen das Leben und
Schaffen Ernst Buschs als eine Art sozialistisches Gesamtkunstwerk
vermittelt wurde. In der DDR war es vor allem die ehemalige
Verlagslektorin Charlotte Wasser (auf dem Foto unten ganz rechts;
Berliner Zeitung vom 19.3.1967), die sich bemühte, durch Dia-Vorträge
an Berliner Schulen und anderen Institutionen den Künstler Ernst Busch
bei der Jugend zum Thema zu machen. Neben Busch hatte sie übrigens noch
eine ganze Reihe anderer Künstler im Programm, deren Werke sie
ebenfalls durch Vorträge zu popularisieren versuchte: Becher, Fürnberg,
Kunert, Chagall, Modigliani u.a. In Zusammenarbeit mit dem Rat des
Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain und dem FDGB-Kreisvorstand desselben
Bezirks brachte Charlotte Wasser auch eine Broschüre über Busch heraus,
die als Ergänzung zu ihren Vorträgen bestimmt war: "Ernst Busch - Sein
Leben und Wirken in Lied, Wort und Bild".
Ab 1966 gestaltete Charlotte Wasser "Jugendstunden im Rahmen der
Veranstaltungsreihe für die Teilnehmer der Jugendweihe". Der Charakter
dieser nachmittäglichen Vorträge über Ernst Busch wird in der Presse
als "festlich und lehrreich" beschrieben.
Vergleiche auch
Ernst Busch als Lernort.
Letztes Update 21.06.2006 | CopyrightŠ Jochen Voit 2005 |

|
