Erläuterungen zu den Gespräche mit Zeitzeugen und Experten
Die hier wiedergegebenen Leitfaden-Interviews sind zumeist Mischformen aus
Zeitzeugen- und Experten-Interviews. Die Gespräche habe ich alle
selbst geführt, auf Band aufgenommen und anschließend möglichst
wörtlich notiert. Redigiert wurden sie weniger unter journalistischen
als unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Das erklärt unter
anderem, warum sie so lang sind. Lediglich grobe sprachliche Schnitzer
habe ich mir erlaubt zu korrigieren und allzu langatmige Fragen des
Interviewers zusammenzustreichen. Sinnverändernde Kürzungen wurden
selbstverständlich nicht
vorgenommen. Die hier einzusehenden Texte der Gespräche wurden von den
Interviewten gegengelesen und autorisiert. Dies gilt nicht für die
Interviews mit Eva Kemlein und Klaus Volkenborn, die leider wenige
Monate nach unseren Gesprächen verstorben sind.
Zu den Formalia: Drei Punkte in Klammern stehen für von mir
nachträglich bewusst beiseite gelassene Äußerungen, die den Lesefluss
zu sehr beeinträchtigt hätten. Drei Punkte ohne Klammern stehen für
Sprechpausen oder Momente, in denen der Interviewer den
Gesprächspartner (oder umgekehrt) unterbricht (oder der eine den Satz
des andern ergänzt).
Gelegentlich werden Klammern benutzt, um nachträglich eine erklärende
Bemerkung unterzubringen oder einen nicht notierten Exkurs
zusammenzufassen. Die fett dargestellten Sätze stammen vom
Fragesteller, die in normaler Schrift vom Befragten.
Ansonsten
gilt, was Ronald J. Grele zum grundsätzlichen Verständnis solcher
Quellen der Oral History betont: Sie sind "Produkte einer Anstrengung,
die durch die historischen Perspektiven beider Interviewteilnehmer
geformt und organisiert werden".
Grele, Ronald J.: Ziellose Bewegung. Methodologische und
theoretische Probleme der Oral History. In: Lutz Niethammer (Hrsg.):
Lebenserfahrung und kollektives Gedächtnis. Die Praxis der "Oral
History". Unter Mitarbeit von Werner Trapp. Frankfurt am Main 1985, S.
195-220, S. 205.
über maoistische Moden an der DFFB in den 70er Jahren, seinen Film "Unversöhnliche Erinnerungen" und die Wahrnehmung der linken Ikone Ernst Busch in der Bundesrepublik