Stimme eines Volkssängers (Ernst Busch zu eigen)Horst Lommer (1947)Stimme aus blauem Stahl, Feuerflorett – Hell in den satten Saal Stößt ein Stilett. Biegsam und rasch und rein, heischend und heiß, funkelnder Edelstein, klirrend wie Eis. Stimme, zum Kampf bereit, Stimme aus Erz, aller Verlogenheit trifft sie ins Herz. Menschenschuld, Menschennot, Menschengebet – Umsonst ist nur der Tod, lern es, Prolet! Hörst du? Das Tribunal Bricht schon den Stab; Irgendein General Schaufelt dein Grab Bist du noch heute Knecht, Herr wirst du sein, Freiheit und Menschenrecht Schlafen nicht ein. Stimme läßt keine Ruh, packt dich und lebt – das bist du selber, du der sich erhebt. Spürst deiner Glieder Macht, reckst dich ins Licht, Stimme, die Sturm entfacht, fürchtet sich nicht. Sehnsucht, du großer Glanz, Welt wurde weit – Stimme des kleinen Manns, Stimme der Zeit Trommel dröhnt, Funke sprüht, Kette zerspringt, horch, wie der Freiheit Lied mächtig erklingt. Durch den entflammten Saal Stößt ein Stilett, Stimme aus blauem Stahl, Feuerflorett. Zit. n. Gerhard Schwarz (Hrsg.): Ernst Busch. Ein Sänger für die Freiheit. Aufriss eines Zeitgeschehens. (Ost-) Berlin 1947 (LdZ 1, unveröffentl. Druckfahnen), S. 55-56. Ernst Busch in literarischen Texten: Übersicht |