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Aktuelle Projekte

Seminare, Vorträge & Ausstellungen


 Dr. Jochen Voit im Sommersemester 2017 an der Universität Erfurt

 

LV-Typ

B: S-3

Termin

Mi, 10-12

Module

B: E06#02, W06#02

deutscher Titel

„Roter Oktober“ in der DDR. Wie die russische Revolution von 1917 in der SED-Diktatur nachwirkte

englischer Titel

“Red October” in the GDR – the memory of the Russian Revolution in the East German dictatorship 1949-1989

deutscher Kommentar

Vor 100 Jahren ergriffen die kommunistischen Bolschewiki in Russland mit einem Staatsstreich die Macht. Wie diese Ereignisse in der DDR im Rahmen eines staatssozialistischen Geschichtsbildes umgedeutet und zum Mythos von der „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“ wurden, untersuchen wir anhand zahlreicher Quellen: Im Fokus stehen Filme, Bücher, Bilder, Büsten, Schallplatten, Theaterstücke und Meißner Porzellan. Auch inwieweit sich aktuelle Ausstellungen, Bücher und Gedenkveranstaltungen zum 100. Jahrestag der Russischen Revolution vom 50-jährigen Jubiläum 1967 unterscheiden, wollen wir herausfinden.

englischer Kommentar

100 years ago the communist Bolsheviks came in a coup to power in Russia. In seminar we will investigate, how this historical event was reinterpretated in the GDR by writers, painters, historians, singers and even porcelain producers. We will read up on the remembrance culture and history politics of the GDR, examine documents, talk to contemporary witnesses and discuss a concept for an exhibition on subject.

Literatur

Gerd Koenen / Lew Kopelew (Hrsg.): Deutschland und die russische Revolution 1917-1924. München 1998.

Jan C. Behrends: Die erfundene Freundschaft. Propaganda für die Sowjetunion in Polen und in der DDR. Köln u.a. 2006.

Karl Schlögel: Terror und Traum. Moskau 1937. München 2008.

techn. Ausstattung

Das Seminar findet im Seminarraum der Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt statt.

Sprache

deutsch

Teilnehmer

max. 20



 

Dr. Jochen Voit im Wintersemester 2016/17 an der Universität Erfurt

 

LV-Typ

M: S

MA: S-6

Termin

Mi, 10-12 / Erste Sitzung: 19. Oktober 2016

Module

M: M12#01, M13#01, M14#01, M16#01

MA: M03#01, M04#01, M05#01

M GuS: M12#01, M13#01, M14#01

deutscher Titel

Rauswurf aus politischen Gründen. Recherche zur Relegierung von Studierenden der Pädagogischen Hochschule Erfurt 1976.

englischer Titel

Expulsion for Political Reasons. Research on the Displacement of Students of the Erfurt University of Education in 1976.

deutscher Kommentar

Im Fokus steht ein bislang unerforschter Fall repressiver DDR-Hochschulpolitik, der sich vor 40 Jahren an der Vorläufer-Institution der Universität Erfurt ereignete. Damals löste ein kritischer Artikel eines Studenten für die Hochschulzeitung einen politischen Eklat aus: Die Leitung verbot den Artikel und exmatrikulierte den Studenten. Dagegen protestierten FDJ-Vertreterinnen in einem Brief an die Ministerin für Volksbildung Margot Honecker. 83 Studenten unterschrieben die Petition und formulierten den Wunsch nach "offenen und kritischen Diskussionen". Margot Honecker reagierte mit Härte: Die Studierenden wurden zur Rücknahme ihrer Unterschrift gedrängt. Wer sich weigerte, wurde zwangsexmatrikuliert, mit einem Verbot für sämtliche Hochschulen der DDR belegt und musste sich "in der Produktion bewähren“.

Im Seminar gehen wir den historischen Ereignissen auf den Grund: Wir lesen uns in die DDR-Bildungspolitik ein, sichten Dokumente, führen Zeitzeugen-Interviews und erarbeiten einen Konzeptentwurf für eine Ausstellung zum Thema.

englischer Kommentar

We look at a case of repressive GDR-university policy which happened 40 years ago at Erfurt university of education. At that time, a critical article of a student caused a political scandal: The administration forbade the article and exmatriculated the student. The official youth organisation FDJ protested against it with a letter to the minister of national education Margot Honecker. 83 students signed the petition and formulated their wish for an open and critical discussion. Margot Honecker reacted with hardness: The students were pressured to take their signature back. Those who refused were expelled and not allowed to study at any university of the GDR any more.

We read up on the education policy of the GDR, examine documents, talk to contemporary witnesses and develop a concept for an exhibition on subject.

Literatur & Quellen

Ilko-Sascha Kowalczuk: Geist im Dienste der Macht. Hochschulpolitik in der SBZ/DDR 1945 bis 1961. Berlin (Ch. Links) 2003.
Walter Ulbricht: Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem. Ostberlin 1965.
Rainer Jork / Günter Knoblauch (Hrsg.): Zwischen Humor und Repression. Mein Studium in der DDR. Eine Dokumentation (bisher unveröffentlicht).

techn. Ausstattung

Das Seminar findet im Seminarraum der Gedenkstätte Andreasstraße statt.

Sprache

deutsch

Teilnehmer

 max. 20

 



Universität Erfurt
Sommersemester 2016

 

 

LV-Typ

B: S

Termin

Mi, 10-12 in der Gedenkstätte Andreasstraße

Module

B:

deutscher Titel

Graffiti gegen Hitler und Honecker - Jugendwiderstand in zwei Diktaturen als Gegenstand der Aufarbeitung in der Andreasstraße

englischer Titel

Graffiti against Hitler and Honecker – youth resistance in two German dictatorships as an object of Aufarbeitung in the Andreasstraße educational and memorial centre

deutscher Kommentar

Weimar, 1983: Teenager besprühen eines Nachts Hauswände mit Losungen wie „Alle Macht der Phantasie“ und „Macht aus dem Staat Gurkensalat!“. Sie werden vom SED-Staat wegen „Rowdytums“ verurteilt und in der Erfurter Andreasstraße inhaftiert. 40 Jahre früher sind es Erfurter Schüler, die gegen die NS-Diktatur Widerstand leisten und dafür in der Andreasstraße eingesperrt werden: Sie stellen Flugblätter her, schreiben „Nieder mit Hitler!“ auf Schutzhütten im Steigerwald. Im Seminar wollen wir die Geschichten in Beziehung zueinander setzen und ein Ausstellungsmodul zum Jugendwiderstand im NS vorbereiten.

englischer Kommentar

One night in the 1980s a group of teenagers wrote “Make salad out of the state!” on walls in the city of Weimar. The East German secret police did not have the same sense of humour and imprisoned them in Andreasstraße. 40 years earlier another group of pupils had written “DOWN WITH HITLER!” on shelters in the woods in Erfurt – and were imprisoned for it in Andreasstraße. We will discuss the similarities and differences between these two stories and attempt to prepare an exhibition about youth resistance in the Third Reich.

Literatur

- Ulrich Jadke / Holm Kirsten u.a.: Macht aus dem Staat Gurkensalat! Eine andere Jugend. Weimar 1979-1989. Berlin (Siedler) 2011.

- Arno Klönne: Jugend im Dritten Reich. Die Hitler-Jugend und ihre Gegner, Dokumente und Analysen. 3. erw. u. verb. Aufl., Köln (PapyRossa) 2008.

- Sascha Lange: Meuten, Swings & Edelweißpiraten. Jugendkulturen und Opposition im Nationalsozialismus. Mainz (Ventil) 2015.

techn. Ausstattung

Das Seminar findet im Seminarraum der Gedenkstätte Andreasstraße statt.

Sprache

deutsch

Teilnehmer

max. 20





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Universität Erfurt
Wintersemester 2015/16

 

LV-Typ

M: S

MA: S-9

Termin

Mi, 10-12; erste Sitzung am 21. Oktober 2015 

 

 

deutscher Titel

„Sag mir, wo du stehst...“ Politische Lieder als Ausdruck kollektiver Selbstvergewisserung während des Kalten Krieges in Ost und West

englischer Titel

„Which side are you on...“ Political songs and their role in creating collective identities during the cold war

deutscher Kommentar

Welche Songs fungierten als Generationenmarker und warum? Welche gesellschaftlichen Gruppen hörten welche Musik? Und: Hat der Sänger David Hasselhoff wirklich die Mauer zum Einsturz gebracht? In der Lehrveranstaltung soll eine kenntnisreich kommentierte Playlist entstehen, wobei jede(r) Studierende die Vorstellung eines Musikstücks übernimmt.

englischer Kommentar

We want to discuss the social function of popular songs in the era of the East-West-conflict.  At the end we will have a playlist with political songs – chosen and explained by the students.

Literatur

Barbara Stambolis / Jürgen Reulecke (Hrsg.): Good-bye memories? Lieder im Generationengedächtnis des 20. Jahrhunderts. Essen (Klartext) 2007.

Ort der Lehrveranstaltung

Seminarraum in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße

Sprache

deutsch

Teilnehmer

bis 20



                                                                                

„Sag mir, wo du stehst...“ Politische Lieder als Ausdruck kollektiver Selbstvergewisserung während des Kalten Krieges in Ost und West

LV in Public History an der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße (Seminarraum); Leitung: Dr. Jochen Voit

 

Themen der 15 Sitzungen / Vorschläge für Referate   (21.10.2015 – 3.2.2016)

  

1) Organisatorisches & Konzeptionelles (21.10.2015)

Definitionsversuch des Begriffs „politisches Lied“ (Diskussion); Beispiel: Musikalische Solidari-tätsbekundungen für Ai Weiwei; Lernziele der LV und Arbeitsmethoden; Erwartungen der Stu-dierenden; Alison Klayman: Ai Weiwei – Never Sorry. USA 2012 (DVD).

  

2) „Spaniens Himmel“ versus „Capri-Fischer“  1937 und 1943; Kabisch / Dessau und Siegel/Winkler (28.10.2015)

Entstehungshintergrund; Musikverlag Lied der Zeit; Schallplatten als Medium der Skeptischen bzw. der Aufbau-Generation; Aneignungspraktiken (Seeger, Biermann - Schuricke, Raabe); Jochen Voit: Er rührte an den Schlaf der Welt. Ernst Busch – Die Biographie. Berlin (Aufbau) 2010.

 

3) „Katjuscha“  1938, Issakowski / Blanter (4.11.2015)

Konzept der russischen bzw. sowjetischen Unterhaltungsmusik „Estrada“; Karriere des Liedes in der DDR; Führung durch die Dauerausstellung in der Andreasstraße I (DIKTATUR)

  

4) „Chattanooga Choo Choo“  1941, Warren / Gordon (11.11.2015)

Wirkungsmächtigkeit des US-amerikanischen Swing und Jazz im Nachkriegsdeutschland; populärer Interpret: Bandleader Glenn Miller; neue Aneignung durch Udo Lindenberg

 

5) „Lied der Deutschen“ versus „Auferstanden aus Ruinen“  1841 und 1949; Hoffmann von Fallersleben / Haydn und Becher / Eisler (18.11.2015)

Nationalhymnen als etatistisch-affirmative politische Lieder; Rezeptionsgeschichte: Plagiatvorwürfe; Textdebatten; Brandt-Besuch in Buchenwald 1970; Karriere des Zitats „Deutschland einig Vaterland“; Diskussion um Nationalhymne für das vereinigte Deutschland

 

6)  „Neue Deutsche Volkslieder“  1950, Becher / Eisler (25.11.2015)

Klassische Musik im (geteilten) Nachkriegsdeutschland; Biographisches zu Hanns Eisler und Johannes R. Becher; Zensurpraxis in der DDR; von der StaKuko zum Kulturministerium; Führung durch die Dauerausstellung in der Andreasstraße, Teil II

 

7) Zwischen Pop und Propaganda I: Festival auf Burg Waldeck (2.12.2015)

Geschichte der Veranstaltung; Folkbewegung als antimoderne Bewegung; Sänger, Interpreten, Liedermacher; Linke Politbarden? Degenhardt, May, Hüsch, Süverkrüp, Wader und ihr Publikum; Bob Dylan und die Entdeckung der elektrischen Gitarre: Musik der 1968er in der BRD; Aneignungen in der DDR

 

8) „Sag mir, wo du stehst“  1967, König (9.12.2015)

FDJ-Singebewegung und der Oktoberklub; Tradition des Agitprop; (Dokumentar-) Film von Karl Gass: „Vorwärts die Zeit“; Lutz Kirchenwitz: Folk, Chanson und Liedermacher in der DDR. Chronisten, Kritiker, Kaisergeburtstagssänger. Berlin (Dietz) 1993.

 

9) Zwischen Pop und Propaganda II: Festival des politischen Liedes (16.12.2015)

Geschichte der Veranstaltung; staatliche Einflüsse, FDJ-Organisation; Highlights und Freiräume; westdeutsche Gäste; Transformationen nach 1989

 

10) „Wenn die Nacht am tiefsten...“ versus „Ermutigung“  1975 und 1968,

Ton Steine Scherben und Biermann (23.12.2015; Termin wird verlegt)

Protestmusik einer „Gegenkultur“; Ton Steine Scherben als oppositionelle Rockband der BRD; Ausbürgerung Biermanns aus der DDR; Führung durch die Andreasstraße III (HAFT)

 

----------------------------------------J a h r e s w e c h s e l -----------------------------

 

11) Thema von den Studierenden zu bestimmen (6.1.2016)

  

12) „Stein auf Stein“  1987, Gefahrenzone (13.1.2016)

Punk im Osten; Untergrundkultur und -Bands; Einstufungspraxis in der DDR; Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit; Kassetten und Konzerte: Veröffentlichungspraxis in den 1980er Jahren

  

13) Vertraut den neuen Wegen“  1989, Hertzsch / Gumpelzhaimer (20.1.2016)

Von „Wind Of Change“ über „Looking for Freedom“ bis „Freiheit“: Soundtrack der  Friedlichen Revolution 1989/90; Kirchenlieder als Katalysatoren und Produzenten von Gemeinschaft

 

14) Rechtsrock und linke Lieder (27.1.2016)

„Deutschland“  1984, Böhse Onkelz; „Schrei nach Liebe“  1993, Die Ärzte; Jugendkulturen im Wandel; HipHop als politisches Medium

 

15) West-, Ost- und Ost-West-Hymnen, West (Best Of)   Rezeption bis heute (3.2.2016)

Beispiele: „Über sieben Brücken musst du gehen“; „King vom Prenzlauer Berg“, popmusikalische Ostalgie- bzw. Einheitskonzepte; Von der Schallplatte zum Klingelton: Rezeptionsgeschichte der Lieder unter Berücksichtigung sich wandelnder Medien; Seminarabschluss: Feedbackrunde und Ausblick

 

 


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Blockseminar bei den Kulturwissenschaftlern (Lehrstuhl Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im SoSe 2011 (aus Termingründen auf unbestimmte Zeit verschoben)


Pop und Propaganda im Lied des 20. Jahrhunderts
Dr. Jochen Voit



Populäre Musik, idealerweise in Gemeinschaft erlebt, scheint wie kaum eine andere Kunst- und Kommunikationsform geeignet, Gefühle anzusprechen, Befindlichkeiten auszudrücken und Zugehörigkeiten zu festigen. Wohl jeder kennt die Erfahrung, dass durch das Hören bestimmter Songs bestimmte Erinnerungen hervorgerufen werden („Darling, they’re playing our tune!
). Dieser scheinbar banale Zusammenhang ist kulturgeschichtlich bedeutsam, wenn ein und derselbe Song bei vielen Menschen ähnliche oder nahezu identische Assoziationen hervorruft.

Im Seminar interessiert uns Musikrezeption als eine Form kollektiver Selbstvergewisserung - ein soziales und kulturelles Phänomen, das im
Zeitalter der Extreme” (Hobsbawm) eine große Rolle spielte. Zahlreiche Lieder haben als Mittel politischer Identitätsfindung fungiert und sich ins Generationengedächtnis des 20. Jahrhunderts eingeprägt. Manche Songs lassen sich rückblickend als regelrechte Generationenmarker begreifen, weil sie für Gruppenzugehörigkeiten stehen und sich aus ihnen Schlussfolgerungen über die Psychologie politischer Gemeinschaften ableiten lassen.

Im Seminar werden weltanschaulich konnotierte Schlager, Hymnen und Kultsongs vorgestellt und analysiert. Es geht um die Produktionsbedingungen der Lieder, aber v.a. um Aneignungspraktiken und Zuschreibungen der Rezipienten bzw. Fans. Dabei wird insbesondere die verbreitete Annahme, wonach sich Ideologie und Entertainment weitgehend ausschließen, einer kritischen Prüfung unterzogen. Der Pop&Propaganda-Sampler startet mit Klängen aus der frühen Tonfilm-Ära (um 1930) und reicht bis zum Beginn des digitalen Zeitalters.



Literaturempfehlungen:

Hans-Otto Hügel: Lob des Mainstreams. Zu Begriff und Geschichte von Unterhaltung und populärer Kultur. Köln 2007 (Einführung, S. 58-94).
Barbara Stambolis / Jürgen Reulecke (Hrsg.): Good-Bye Memories? Lieder im Generationengedächtnis des 20. Jahrhunderts. Essen 2007 (Einleitung, S. 11-23).




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Buschbuch


Lesungen und Vorträge 2010/11


Cottbus, 25. November 2010 (Lesung auf Gut Geisendorf)

Berlin, 2. Februar 2011 (Lesung im Brecht-Haus)

Berlin, 25. Mai 2011 (Lesung im Café Sybille)





Bereits stattgefunden haben Veranstaltungen in:
Berlin (14. März mit Mara Widmann im bat),
Leipzig (18. März mit Katharina Thalbach im Zeitgeschichtlichen Forum), Erfurt (29. März mit Katharina Thalbach
im Stadttheater), Berlin (8. April im Besucherzentrum des DDR-Museums), Leipzig (5. Juni mit Katharina Thalbach im Haus des Buches), Hermsdorf (7. Juni in der Stadtbibliothek), Berlin (8. Juni mit Sophia Siebert im Kino Krokodil), Magdeburg (10. Juni im Literaturhaus), Krefeld (5. Oktober in der Villa Merländer), Berlin (Vortrag am 6. Oktober im bat), Dortmund (7. Oktober in der Steinwache), Kiel (8. November im Foyer des Opernhauses) ...





Jochen Voit im Radio:
"Seite EINS" auf Radio EINS (RBB) am 20.6.2010; Interview: Knut Elstermann


Zum 30. Todestag von Ernst Busch am 8.6.2010, nachzuhören auf Deutschlandradio Kultur; Interview: Liane von Billerbeck


"Figaro trifft..." vom 2.6.2010, nachzuhören auf MDR-Figaro; Interview: Thomas Bille


"Literaturzeit" vom 2.5.2010 auf Radio Bremen; Interview: Dorothee Schmitz-Köster




Jochen Voit im Fernsehen:
ARD-TV-Forum auf der Leipziger Buchmesse am 18.3.2010 (Redaktion: TTT)

Magdeburger Lokalfernsehen kulturMD am 15.6.2010; Interview: Salka Schallenberg



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Ernst Busch 1960 live in Berlin
Sein Comeback-Konzert nach Jahren des Schweigens

Zum 50-jährigen Jubiläum erstmals auf Tonträger (EDEL: KULTUR, VÖ: März 2010)

Gesang: Ernst Busch
Piano: Hanns Eisler, Grigori Schneerson
Texte: u.a. Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, Johannes R. Becher
Musik: u.a. Hanns Eisler, Paul Dessau
Zwischenrufe: u.a. Helene Weigel


Auszüge aus den Liner Notes ----------------------------------------------------------------------------

Ost-Berlin, 22. Januar 1960: Der Plenarsaal der Akademie der Künste der DDR ist mit knapp 300 Personen hoffnungslos überfüllt. Ein erlauchter Hörerkreis begrüßt den Star des Abends mit stehenden Ovationen. Vor der Türe Jugendliche, die unbedingt noch hinein wollen. Sie möchten miterleben, wie Nationalpreisträger Ernst Busch seinen 60. Geburtstag zelebriert, möchten hören, was dran ist am legendären Ruf des Sängers, der fast ein Jahrzehnt geschwiegen hat... Busch singt wieder. Ein denkwürdiges Ereignis. Und eine bemerkenswerte Tonaufnahme. Auch weil es sonst keine Live-Mitschnitte von Busch-Konzerten gibt. Da scheint ein alter Kabarettgaul auf der Bühne zu stehen, der es noch mal wissen will. Busch ist gut bei Stimme und gut gelaunt. Und trabt durch das für seine Verhältnisse ausgesprochen heitere Programm mit einer Lockerheit, die den oft sterilen Studioaufnahmen des späten Busch völlig abgeht...
Einige der Anwesenden werden sich noch Jahrzehnte später an subversive Momente dieses Abends erinnern. Zum Beispiel an das ”Seifenlied”, ein Spottlied auf die SPD aus der Weimarer Republik, das plötzlich wie ein Statement zu den politischen Verhältnissen in der DDR klingt: „Wir schlagen Schaum, / wir seifen ein, / wir waschen unsre Hände wieder rein ..." Was ist das für ein Text? „Kälteschock. Die erste Reihe sieht aus wie eine Reihe Eiszapfen. Eisler und Busch tauen immer mehr auf. Busch breitet auffordernd die Arme aus: ’Mitsingen!’ – ’Wir schlagen Schaum, / wir seifen ein, / wir waschen unsre Hände wieder rein ...’ Was sollen sie tun? Die Zapfen singen. Sie singen und versuchen, harmlos auszusehen. Busch, der Spanienkämpfer, ihr alter Genosse, er hat sie alle in der Hand, ein Lied lang. Ist das sein Kommentar zum Verhältnis von Politik und Kunst, zum Formalismusstreit in der DDR – sein Kommentar zum Weg der noch jungen DDR überhaupt?“*



*Annekathrin Bürger / Kerstin Decker: Der Rest, der bleibt. Erinnerungen an ein unvollkommenes Leben. München 2007, S. 120/121.



Erhältlich ist die CD u.a. im Buchladen der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin.



Kulturveranstalter, die sich für Buschbuch-Lesungen (mit Film- und Musikbeispielen) interessieren, können sich gerne an den Aufbau-Verlag oder direkt an den Autor wenden.












Letztes Update 31.03.2017 | CopyrightŠ Jochen Voit 2005 | Seite drucken | Seite einem Freund senden

"Das singende Herz der Arbeiterklasse"
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