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Marsch ins Dritte Reich, Der

Text: Bertolt Brecht / Musik: "It´s a long way to Tipperary" (Arrangement: Hanns Eisler)



Der Führer sagt: Jetzt kommt der letzte Winter,
nur jetzt nicht schlapp gemacht, ihr müßt marschiern!
Der Führer Weg fährt voran im Zwölfzylinder.
Marsch, Marsch, Marsch, Marsch, ihr dürft die Fühlung nicht verlieren!

Es ist ein langer Weg zum Dritten Reiche.
Man soll 's nicht glauben, wie sich das zieht.
Es ist ein hoher Baum die deutsche Eiche,
von der aus man den Silberstreifen sieht.

Der Führer sagt: Nur nicht in Lumpen laufen!
Er hat 's ja schon gesagt der Industrie:
Wir wollen neue Uniformen kaufen.
Der Hauptmann Röhm liebt uns nicht ohne die.

Es ist ein langer Weg zum Dritten Reiche
Ein bißchen Liebe macht ihn halb so schwer.
Es ist ein hoher Baum die deutsche Eiche.
Und kameradschaftlich sei der Verkehr.

Der Führer hat gesagt, er lebt noch lange,
und er wird älter als der Hindenburg.
Er kommt noch dran, da ist ihm gar nicht bange.
Und drum pressiert's ihm gar nicht und dadurch

ist es ein langer Weg zum Dritten Reiche.
Es ist unglaublich, wie sich das zieht.
Es ist ein hoher Baum die deutsche Eiche,
von der aus man den Silberstreifen sieht.



Text: Bertolt Brecht
Musik: "It's a long way to Tipperary" (Arrangement: Hanns Eisler)



Zit. n. der Schallplattenaufnahme von Ernst Busch, die 1932 für die Lindström A.G. produziert wurde. Da die Schallplattenfirma das Lied dann doch nicht mehr herausbringen wollte, übernahm dies im Januar 1933 der Deutsche Arbeiter-Sängerbund (DAS). Ende März 1933 werden die Schellacks (B-Seite: „Ballade von der Wohltätigkeit“ v. Tucholsky/Eisler) von der Polizei beschlagnahmt. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich Dichter, Dirigent und Interpret des nicht eben prophetischen Spottliedchens bereits im Ausland. Der Text nimmt Bezug auf die Reichstagswahlen vom 6. November 1932, bei der die NSDAP zum 1. Mal seit 1930 größere Verluste hinnehmen musste. Die Fehleinschätzung der politischen Lage teilte Brecht mit vielen anderen. Helene Weigel zufolge hat Brecht sich später gewünscht, dass der Song der „Vergessenheit anheimfällt“ (Peter Deeg im Booklet der CD „Der Brecht und ich – Hanns Eisler in Gesprächen und Liedern).






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